KoPhiPhi

Die Transporte zu den nächsten Zielen können sich in Thailand recht spektakulär gestalten, wenn du ein Ticket buchst das Zug, Bus und Fähre enthält wartet auch ganz sicher immer jemand am Abholpunkt um dich weiter zu bringen. Nur zwischendurch wirst du vielleicht auch einfach mal ohne weitere Informationen stehen gelassen, wird schon wieder wer kommen und dich zum nächsten Ziel bringen. … hier ein paar kleine Eindrücke an unsere Wartestationen, an denen wir bis zu mehreren Stunden auf Weiterfahrt gewartet haben…

Die Überfahrt nach Ko Phi Phi gestaltete sich dank einiger Chang Biere und der Gewissheit gleich anzukommen recht entspannt und die blaue Farbe, die immernoch an meinen Sneakers klebt, weckt immer wieder Erinnerungen an diesen Transport, auf dem es so heiß war dass sogar der Bodenlack schmolz.

Angekommen in Ko Phi Phi Don, der einizig bewohnten Hauptinsel der Inselgruppe wurden wir direkt überwältigt von dem beschäftitgen Treiben in den engen Gassen, die üribens neben dem Wasserweg die einzige Infrastruktur bieten. Auf den Inseln gibt es keine Straßen oder Autos, alles wird zu Fuß oder mit dem landestypischen Longtail-Boot erledigt.

In den verzweigten, gepflasterten Wegen drängen sich Geschäft an Geschäft, alles auf Touristen ausgelegt, ein Tattooladen neben der Eisdiele, neben dem Souveniergeschäft, neben den besten Kokosnüssen der Insel, neben dem Partyeimer Alkohol… Die Atmosphäre ist aber nicht unangehm oder aufdringlich gewesen, viel mehr konnte man sich kaum satt sehen an den kunterbunten Angeboten. Auch hatte Zeit hier für mich kaum eine Bedeutung, alles liegt so nah und es besteht für die Geschäftsleute kein Drang uns etwas zu verkaufen, hier kommt eh keiner so schnell weg, hier ist genug los, alle scheinen eine Familie zu sein.
Und auch Ruhe und Natur ist hier für alle genug da, Anbieter für Ausflüge auch 😉

Das Nachtleben wird mit Shows und Musik gestaltet, deshalb empfiehlt es sich wenn man nachts lieber schlafen möchte, eine Unterkunft ein paar Gehminuten weiter weg vom Wasser zu suchen. -> Am Ankunftstag versuchten wir „die billigste Unterkunft“ zu finden und nahmen ein Zimmer für 550 Baht direkt in einer der Gassen, das war so klein dass wir es nicht mal fotografieren konnten. Ohne Klimaanlage gebucht, war die feuchte Hitze kaum erträglich wobei ich den vorhandenen Ventilator niemals eingeschaltet hätte und die Geräuschkulisse war irrsinnig. Außerdem haben wir hier zum ersten mal unseren Seidenschlafsack verwendet um nicht direkt auf der Matratze liegen zu müssen. Also billig Urlaub machen geht hier schon, es kommt eben auf Ansprüche und Ekelgrenzen an 😉

Wir wussten schon bei der Reiseplanung, dass wir zum Zeitpunkt des „Loi Krathong“ am Besten in Wassernähe sein sollten also waren wir schon ganz gespannt, wie dieses Lichterfest auf Ko Phi Phi wohl gefeiert wird…
Ich werde das Lied, das aus allen Lautsprechern in der Dauerschleife gespielt wurde nie wieder aus meinem Kopf bekommen wenn ich eine Kerze sehe :-)… –>ลอยกระทง Loy Krathong – ( Old Thaï Classic Song )

Ich hoffe, die Bilder können einen kleinen Einblick in das Spektakel am Hafen geben. Die Bedingungen wurden durch die Wassertaxis, die ihren Betrieb nicht einstellten sondern einfach durch die schwimmenden Kerzen rasten leider sehr erschwert…

 

Die medizinische Versorgung auf der Insel darf auf keinen Fall unerwähnt bleiben. Da wir mit Grippesymptomen (wahrscheinlich als Nebenwirkung der ganzen Impfungen die wir uns in Deutschland noch haben reinjagen lassen) bereits in den Urlaub gestartet sind und diese während der bisherigen Reise nicht wirklich in den Griff bekommen hatten, ging es uns inzwischen ziemlich schlecht. Wer den Reiseverlauf bisher kennt, weiß wir haben uns nicht geschont… Also kam es soweit, dass wir ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mussten, wer mich kennt weiß es ging mir scheinbar echt schlimm. Aber es gibt auf dieser Mini-Insel zwei Krankenhäuser. Wir waren in der Siam International Clinic – das bedeutete es gab einen gefliesten Warteraum in den man auf keinen Fall mit Schuhen gehen durfte aber schmutzige Strandfüße waren kein Problem und die Klinikkatze durfte sowieso überall herumlaufen wenn sie nicht gerade die Apothekenlieferung auseinander nahm! Es gab drei „nurses“ und einen sehr sehr alten Mann der hier scheinbar der Arzt war. Wir bekamen jeder fünf verschiedene Medikamente in kleinen Tütchen von Hand abegezählt ohne weiter Wirkungs- oder Inhaltsinformationen und wertvolle Tipps wie warmes Wasser zu trinken und im Sitzen zu schlafen. (Die Medikamente stellten sich in Deutschland als nicht ganz in der Wahl verfehlt aber sehr überdosiert und Nebenwirkungsreich heraus) Außerdem hatte man wohl Sorge dass ich Tbc hätte, darum sollte eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht werden. Doof nur, dass das Gerät in dem verschimmelten Röntgenzimnmer wohl schon seine besten Tage hinter sich hatte und nachdem Aufnahme eins und zwei nicht geglückt sind stellte sich die nurse ernsthaft einfach selbst an die Wand und röntgte sich ohne Vorwarnung einfach mal selbst…Man beschloss, lieber eine Sputumprobe nach Bangkok mit der nächste Fähre zu schicken…Naja, wozu nicht mal die Auslandskrankenversicherung meiner Kreditkarte nutzen?…Zwei Tage später ein Aufatmen, die Info dass ich kein Tbc habe und weitere gute Tipps wie „nicht zu ölig essen“, Katze streicheln, bezahlen, Tabletten aussortieren (ich glaube die eine kleine gelbe macht mich echt schwindelig) und die Reise fort setzen 🙂
Insgesamt war das eine völlig skurrile Erfahrung der medizinischen Versorgung, ganz falsch war es nicht, was uns dort verschrieben wurde, ganz richtig aber auch nicht, man hat sich überzeugt bemüht. Fazit: Solltest du dich nicht ganz fit fühlen bevor du auf die Insel fährst, lass es gleich oder suche auf dem Festland vorher einen richtigen Arzt auf, Notfälle wie Schnittverletzungen wurden hier scheinbar ganz kompetent behandelt (alle Verbundenen verließen glücklich wirkend den Raum).

 

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